„(Dem Leben) die Zunge rausstrecken“ – eine Übung zur Selbstregulation
Diese Übung gehört mittlerweile zu meinen liebsten Übungen, wenn es darum geht schnell und effektiv Spannung zu regulieren und mich wieder im Hier und Jetzt in meinem Körper zu verankern. Dabei geht es nicht so sehr darum mit dieser Übung schon ein konkretes Problem „zu lösen“, sondern mehr überhaupt wieder in einen Zustand zu kommen, aus dem heraus ein selbstwirksames Handeln möglich ist. Also Übung machen und dann den nächsten Schritt entscheiden.
gelernt habe ich diese Übung, wie so vieles, von Ilan Stephani. Ich gehe aber davon aus, dass es sich um die Überlieferung einer sehr viel älteren Praxis handelt.
Du kannst für die Übung stehen oder sitzen oder liegen. Ich mache sie am liebsten im Stehen. Der erste Teil besteht darin die Zunge rauszustrecken. Einfach wirklich weit raus. Du kannst dir dabei vorstellen das du sie jemandem oder etwas rausstreckst, oder einfach „nur“ rausstrecken. Du kannst dabei Töne machen oder es sein lassen. Manchmal bietet sich mir ein, wie soll ich sagen… würgegeräusch, an – und die Gelegenheit lasse ich mir dann selten entgehen. Entscheidend ist, das du die Zunge möglichst weit rausstreckst und dabei deine Kehle öffnest. Im zweiten Schritt rollst du im Mund die Zungenspitze zum Gaumen hoch. Die Richtung in die du mit deiner Zungenspitze willst (aber natürlich nicht kommst) ist die Verbindung zwischen Kehle und Nase. Stell dir einfach vor, dass du deine Zungenspitze von hinten durch deine Nase stecken willst. Und wenn dir das nix ist, dann rolle einfach die Zungenspitze innen zum Gaumen. Das ist die Übung. Du kannst sie zwei, dreimal hintereinander machen. Wenn du gähnen musst oder einen Würgereflex hast, ist das ein Zeichen der Regulation. Wenn nicht, ist auch alles gut. Viel Spass und schreib mir gerne deine Erfahrungen mit der Übung.
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